Stadt Umland Netzwerk (S.U.N.)

Beteiligte Großstädte
Köln

Beteiligte Umlandgemeinden
Bedburg, Bergheim, Brühl, Dormagen, Elsdorf, Erftstadt, Frechen, Hürth, Kerpen, Pulheim, Rommerskirchen, Wesseling

Beteiligte Kreise
Rhein-Erft-Kreis

Würdigung durch das Auswahlgremium

Konzeptionelle Qualitäten:

Im Mittelpunkt des Zukunftskonzeptes steht das Leitthema und Ziel „zusammenWACHSEN“, mit dem vier Leitstrategien zu den Handlungsfeldern verfolgt werden, um sich im interkommunalen Verbund weiterzuentwickeln und das Rollenmuster von Kernstadt und Speckgürtel zu durchbrechen. 

Das Zukunftskonzept wird von der Jury durchweg positiv bewertet, da es aufzeigt, wie eine Region mit verstärktem Wachstumsdruck umgehen kann. Die Verknüpfung von Mobilität, Wohnen, Infrastrukturen und auch Freiraum ist hier exemplarisch hervorragend gelungen. Das Leitthema „zusammenWACHSEN“ ist überzeugend abgeleitet und kann Nachahmungscharakter haben hinsichtlich der Frage, wie Wachstum in der Region fair verteilt werden kann mit der Schaffung von neuen Qualitäten im Bereich Wohnen und Mobilität. 

Die konzeptionelle Ebene wird relativ früh konkretisiert und in der dargestellten Projektlandschaft verortet. Dabei werden Entwicklungsschwerpunkte aufgezeigt. Themen wie die Weiterentwicklung des Gartenstadtkonzepts, der Umgang mit höheren Dichten beim Wohnen, intermodale Mobilitätskonzepte, RegioGrün und interkommunales Gewerbe schärfen die konzeptuelle Ebene. Obwohl keine ganz konkreten Konzepte benannt werden, wird eine Verortung möglicher Handlungsschritte in der räumlichen Darstellung vorgenommen. Die Jury weist darauf hin, dass die bereits projektierten Planungen im Schienenverkehr bei räumlichen Implikationen eine stärkere Berücksichtigung finden sollten (z. B. Umstellung der Regionalbahn auf eine S-Bahn etc.). Die Jury bewertet an diesem Zukunftskonzept die Aussagen zu urbanen Qualitäten in suburbanen Räumen positiv. So wird mit Dichteleitbildern für suburbane Räume offensiv umgegangen. 

Obwohl die Region im Moment keine Schrumpfung zu verzeichnen hat, wird empfohlen, sich mit möglichen zukünftigen Schrumpfungsentwicklungen in der äußeren Peripherie auseinanderzusetzen und die Entwicklungen teilräumlich und sozialräumlich zu differenzieren und mitzudenken. 

Verfahrensqualitäten relativ zum Stand der Vorerfahrung bzw. -praxis:

Die Verfahrensqualitäten werden vom Auswahlgremium positiv bewertet. Herausragend ist die Charta mit einem intensiven Prozessvorlauf. Das gleiche gilt auch für die instrumentelle Umsetzung und die Prozessstruktur. 

Die Aussagen zur Einbindung von weiteren Akteuren bleiben vage. Der innovative Prozess könnte durch die Einbindung von Zivilgesellschaft und weiteren Akteuren unterfüttert werden.

  • Insgesamt wird das S.U.N. als Konzept mit besonderem Vorbildcharakter, das im Ganzen innovativ und integriert angelegt ist, bewertet. 

 

Empfehlungen der Jury an das Ministerium:

  • Es müsste noch einmal überlegt werden, ob das kontextspezifische Vorgehen mit dem Agglomerationskonzept auf einer Kooperationsebene und dem S.U.N. auf einer anderen Ebene vorbildlich sein könnte für andere Verbünde. 
  • Da der Verbund methodisch auf einem guten Weg ist, könnte das Land eine Qualifizierung auf Projektebene begleiten (z. B. Bahnhofsumfeld Kerpen-Horrem/Frechen). Verbunden damit wäre die Bedingung, dass der Verbund eine Priorisierung der Projekte vornimmt und Schwerpunkte setzt.