Regiopolregion Paderborn

Beteiligte Großstädte
Paderborn

Beteiligte Umlandgemeinden
Altenbeken, Bad Driburg, Bad Lippspringe, Bad Wünnenberg, Barntrup, Beverungen, Borchen, Borgentreich, Brakel, Büren, Delbrück, Detmold, Erwitte, Geseke, Hövelhof, Höxter, Lichtenau, Lippstadt, Marienmünster, Marsberg, Nieheim, Salzkotten, Schlangen, Steinheim, Verl, Willebadessen, Warburg, Warstein

Würdigung durch das Auswahlgremium

Konzeptionelle Qualitäten:

Kern des Beitrags ist der Gründungsprozess zur Regiopolregion Paderborn. Die Stadt Paderborn und die Umlandgemeinden verfolgen das Ziel, sich nach außen als „emanzipierter Gegenpol“ im Kontext weiterer Regiopolen in Deutschland darzustellen und nach innen eine regionale Balance und Zusammenarbeit zu schaffen.

Die integrierte Verknüpfung von Siedlungsentwicklung, Wohnen, Mobilität, Bevölkerungsentwicklung und Infrastruktur ist gegeben. Die bisher eher abstrakten Ziele ohne Raumbezüge zu den Schwerpunktthemen und zu eigenen Akzenten wie Wirtschaft/Arbeitsmarkt/Bildung und Daseinsvorsorge/ Gesundheit/Sport/Kultur sollten im weiteren Prozess konkretisiert werden. Auch die vielfältigen Begabungen des Raumes (z. B. Bäder- und Wasserlandschaften) müssen als Chance und Potenzial für eine Positionierung herausgearbeitet werden. 

Das thematische Leitbild wurde aus der Ausgangssituation heraus entwickelt. Da das Planetenmodell nicht die Grundlage einer regionalen Verknüpfungsstrategie sein kann, empfiehlt die Jury eine Beschäftigung mit den Kräfteverhältnissen der Planeten, um das Bild funktional zu unterfüttern. Das Thema des Ausgleichs sollte dabei positiv verstärkt werden. Aussagen zu urbanen Qualitäten im suburbanen Raum werden nur ansatzweise getroffen. Die Jury empfiehlt die Erarbeitung von Perspektiven für die räumliche Entwicklung. 

Hingegen weist das Zukunftskonzept Vorbildcharakter auf in Bezug auf den Umgang mit dem heterogenen Raum und der Differenzierung von wachsenden und schrumpfenden Kommunen. Das Konzept gründet sich auf diesen Gedanken der strukturellen Qualifizierung von schrumpfenden Kommunen und möchte eine Antwort finden auf die unterschiedlichen Bedürfnisse im Stadtumland-Gefüge. Denn wenn es gelingt das schrumpfende Umland zu stabilisieren, würde auch die Kernstadt profitieren. 

Verfahrensqualitäten relativ zum Stand der Vorerfahrung bzw. -praxis:

Die Hervorhebung dieses Zukunftskonzeptes liegt in der Neugründung des Stadtumlandverbundes begründet. Der Verbund hat es geschafft, auf vorbildliche Art und Weise sehr viele Kommunen in kürzester Zeit im Bündnis zusammenzubringen. Die Jury würdigt die instrumentelle Umsetzung und Prozessstruktur und bewertet den Innovationscharakter des Prozesses für das anfängliche Charisma des Verbundes positiv – insbesondere hinsichtlich der politischen Legitimation ist der Verbund weit gekommen. 

Für ähnlich gelagerte Räume -Kernstadt im ländlichen Raum mit Strukturschwäche- hat dieses Konzept Vorbildcharakter. 

Die Einbindung von Zivilgesellschaft und weiteren Akteuren wurde teilweise erfüllt. Die Jury sieht die Notwendigkeit, dass ein regionaler Mobilitätsträger und auch ein regionaler Akteur aus dem Wohnungsmarkt entwickelt werden müssen, um die Intentionen des „StadtUmland-Aufrufs“ erreichen zu können. 

  • Insgesamt wird das Zukunftskonzept des Stadtumlandverbundes als Konzept mit Vorbildcharakter bewertet. 

 

Empfehlungen der Jury an das Ministerium:

  • Eine Verknüpfung des Konzeptes mit der Regionale 2022 erscheint sinnvoll. Das Land könnte einfordern, dass bis dahin eine qualifizierte Profilierung des Konzeptes erfolgen soll.