Innovationsband – Integrierte Stadtentwicklung am RS1

Beteiligte Großstädte
Bochum, Dortmund, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Hamm, Mülheim an der Ruhr

Beteiligte Umlandgemeinden
Bergkamen, Kamen, Unna

Beteiligte Kreise
Kreis Unna

Sonstige Beteiligte
Regionalverband Ruhr (RVR) 

Würdigung durch das Auswahlgremium

Konzeptionelle Qualitäten:

Mit dem Zukunftskonzept wird die Umsetzung eines dynamisch wachsenden Plans angestrebt. Das thematische Leitbild -eine integrierte Stadtentwicklung im Innovationsband am RS1- ist schlüssig und gut abgeleitet. Der Radschnellweg Ruhr wird dabei zum Ausgangspunkt für die Suche nach innovativen Ansätzen zur Raum- bzw. Flächenentwicklung entlang der RS1-Trasse. Seine Verbindungsfunktion wird räumlich und thematisch genutzt. 

Die Ziele zur integrierten Weiterentwicklung des Innovationsbandes orientieren sich an verschiedenen Handlungsfeldern. Eine integrierte Verknüpfung der Schwerpunktthemen Siedlungsentwicklung, Wohnen, Mobilität, Bevölkerungsentwicklung und Infrastruktur ist in Teilen vorhanden. Da Mobilität und Siedlungsentwicklung im Fokus stehen, wird empfohlen, die anderen Themen, wie z. B. das Wohnen, stärker herauszuarbeiten, um die integrierte Planung zu verstärken. Die Jury regt an, die Intermodalität innerhalb des Konzeptes stärker zu berücksichtigen und u. a. die Anbindung an große Bahnhöfe (z. B. Essen Hbf) zu lösen.

Es wird eine Vielzahl an Projekten entlang einer relativ langen Strecke quer durch das Ruhrgebiet aufgeführt. Positiv bewertet das Auswahlgremium die Verlagerung von Raumgewichten durch die Fokussierung auf ein neues Mobilitätssystem, wodurch sich „Hinterhofsituationen“ zu guten Lagen wandeln können. In den nächsten Schritten sollte eine Priorisierung und Konkretisierung dieser vielen Projekte vorgenommen werden.

Die Jury würdigt, dass sich der Stadtumlandverbund ansatzweise Gedanken zu urbanen Qualitäten im suburbanen Raum gemacht hat. 

Aussagen zur strukturellen Qualifizierung von schrumpfenden Kommunen werden nicht getroffen. Mit Blick auf die Länge des Bandes und das Durchlaufen unterschiedlicher Räume wird empfohlen, die unterschiedlichen Wachstumsdynamiken abzubilden und damit differenziert umzugehen. 

Verfahrensqualitäten relativ zum Stand der Vorerfahrung bzw. -praxis:

Der RVR übernimmt die Projektträgerschaft für das Innovationsband. Dahinter steht eine starke vorhandene Institutionalisierung, auf die der Verbund aufbauen kann. Für diese Ausgangssituation ist die instrumentelle Umsetzung und Prozessstruktur gut, könnte aber mehr Innovationscharakter aufweisen. Auch ist zu prüfen, wie strukturell effizient gearbeitet werden kann und ob es dazu tatsächlich einer neuen Geschäftsstelle bedarf.

Die Einbindung von Zivilgesellschaft und weiteren Akteuren wurde berücksichtigt, aber auch hier wäre aus Sicht der Jury mehr Innovation wünschenswert. 

Durch das Aufsatteln auf das Projekt des RS1 ist der Vorbildcharakter des Innovationsbandes wenig ausgeprägt und es stellt sich die Frage, welche Entwicklungen sich (prozessual) sowieso einstellen werden und zu welchen Veränderungen es einer Landesförderung bedarf.

  • Insgesamt wird das Zukunftskonzept des Stadtumlandverbundes als Konzept mit Vorbildcharakter bewertet. 

 

Empfehlungen der Jury an das Ministerium:

  • Es ist zu prüfen, welche Entwicklungen sich ohnehin einstellen werden und was genau der Landesförderung bedarf. 
  • Es könnte sinnvoll sein, die multimodale Entwicklung eines speziellen Knotens zu fördern, ohne aber die regionale Komponente aus dem Blick zu verlieren.