Anlass und Aufgabe

Die Initiative „StadtUmland.NRW“ verfolgt das Ziel, die Großstädte des Landes Nordrhein-Westfalen und ihre Nachbarkommunen zu mehr interkommunaler und integrierter Raum- und Mobilitätsentwicklung anzuregen. Sie bietet den Kommunen die Möglichkeit zur Erarbeitung von zukunftsfähigen Konzepten für eine neue Balance in der Siedlungs- und Mobilitätsentwicklung von Stadt und Umland. 

Die Gründe dafür sind vielfältig: 

Nordrhein-Westfalen ist von einem sehr engen Netz der Städte geprägt, in dem ebenso enge Verflechtungen zwischen den Großstädten und ihrem Umland existieren. Für die Ausstrahlung und Leistungsfähigkeit des Metropolraums NRW – in Teilen und im Ganzen – tragen die zahlreichen einzelnen Stadtumlandkonstellationen mit ihrer jeweiligen Bedeutung als Lebens-, Wirtschafts- und Kulturraum wesentlich bei. 

Aufgrund der hohen Anzahl von Großstädten in Nordrhein-Westfalen kommt großstadtspezifischen Herausforderungen, wie angespannten oder sich im Umbruch befindenden Wohnungsmärkten sowie der hohen Verkehrsdichte eine besondere Bedeutung zu. Gleichzeitig lassen sich oftmals in ländlich geprägten Regionen Schrumpfungsprozesse feststellen. Aus derartigen Entwicklungen resultieren wesentliche Aufgaben der Siedlungs- und Mobilitätsplanung, die sich nur partnerschaftlich im Verbund von Stadt und Umland bewältigen lassen – heute schon und verstärkt in Zukunft. 

Es bedarf daher neuer Siedlungsentwicklungs- und Mobilitätskonzepte, die in interkommunaler Kooperation erarbeitet und umgesetzt werden und die sich durch eine integrierte Planung auszeichnen. Es gilt also partnerschaftlich und arbeitsteilig im Verbund von Großstadt und Umlandgemeinden den Dialog zu intensivieren und eine gemeinsame strategische Ausrichtung zu finden. 

Zudem besteht der Bedarf, die zentralen Schwerpunktthemen Wohnen, Siedlungsentwicklung, Mobilität und neue Infrastrukturen integriert zu behandeln und dabei Antworten auf Fragen wie die folgenden zu finden: 

  • Wie lässt sich eine soziale und nachfragegerechte Wohnraumversorgung über administrative Grenzen hinaus sicherstellen?
  • Wie lässt sich ein verträgliches Miteinander der Nutzungs- und Flächenansprüche im räumlichen Verbund von Stadt und Umland organisieren und wie äußert sich dies in der Gestaltung der Stadtlandschaft und in den Bildern der Großstädte und ihres Umlandes?
  • Welche Anforderungen sind an die Organisation der Mobilität im regionalen Umgriff zu stellen, wie lassen sich die Mobilitätsbedingungen für das Quartier wie für das Umland gleichermaßen verbessern, welche Potenziale sind mit neuen Mobilitätsangeboten verbunden?
  • Wie werden der Metropolraum NRW und der jeweilige Verbund aus Großstadt und Umland im europäischen Maßstab wettbewerbsfähig, wie lässt sich ihr Rang langfristig stabilisieren, ihre Wirtschafts- und Innovationskraft wie auch ihre soziale Kompetenz und ihr kulturelles Profil verbessern?

Der Aufruf des Verfahrens im Juni 2016 „StadtUmland.NRW“ richtete sich an alle Großstädte und ihre Nachbarkommunen in Nordrhein-Westfalen und forderte sie auf, Projektvorschläge einzureichen. Die Zukunftskonzepte der interkommunalen Kooperation sollten in erster Linie auf eine Verbesserung der Lebens- und Lagequalitäten auf einer oder mehreren Handlungsebenen -Region, Gesamtstadt, Quartier- abzielen, dabei die genannten Themenfelder integriert berücksichtigen und auch Antworten auf die drängenden Fragen der Bevölkerungsentwicklung geben. Es galt somit auch zu beantworten, welche Lebensqualität die großstädtischen Räume im Alltag erzeugen und welchen Niederschlag zukünftige Erwartungen an Lebensqualität unterschiedlicher Bevölkerungs- und Altersgruppen im Quartier, in der Stadt und im Umland finden. Darüber hinaus stand es den Verbünden offen, eigene Akzente in ihre Konzeptvorschläge einzubringen. 

Die Zukunftskonzepte sollten sich intensiv mit den eigenen Stärken und Schwächen auseinandersetzen, die Alleinstellungsmerkmale des jeweiligen Stadtumlandverbundes hervorheben. Dabei sollte nicht nur sein Stellenwert in und für NRW verdeutlicht, sondern auch aufgezeigt werden, wie sich die Großstädte und ihr Umland zukünftig im internationalen Wettbewerb gemeinsam behaupten wollen und welche Besonderheiten dabei ausschlaggebend sein können.

Im Sinne des Aufrufs „StadtUmland.NRW“ galt es dabei gleichermaßen, inhaltliche Themen und Fragestellungen zu behandeln und prozessualen Herausforderungen zu begegnen.

StadtUmland NRW Auftaktveranstaltung
StadtUmland NRW Auftaktveranstaltung